Sind Sparverträge sinnvoll?

By deZentrale.at | deZentrale.at | 24 Mar 2020


Ich habe vor kurzem ein Video gemacht, dass das Thema Kaufkraftverlust bei langfristigen Sparverträgen untersucht.

Als Grundannahmen habe ich folgende Werte verwendet:

 

Sparbetrag:               1200.- p.A. das entspricht 100.- p.M.

Kaufkraftverlust:       2% p.A. das entspricht ungefähr 2,1% Inflation

Der Sparbetrag bleibt konstant über die gesamte Laufzeit.

 

Kaufkraftverlust vs. Inflation:

Um einfacher rechnen zu können habe ich den Kaufkraftverlust mit 2% angenommen. Wenn man mit der angestrebte Inflation der Zentralbanken von 2% rechnet, würde sich ein Kaufkraftverlust von 1,961% ergeben, was etwas mühsam zu rechnen ist.

Der Grund für diesen prozentualen Unterschied liegt daran, dass bei der Inflation von einem Wert x 2% dazu gerechnet werden. Diese 2% Inflation ergeben aber beim subtrahieren vom Wert x einen Kaufkraftverlust von 1,961%.

In der nachfolgenden Tabelle sehen wir nun folgendes:

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In der ersten Spalte sind die Konstanten Einzahlungen von 1200.-.

In der zweiten Spalte der angesparte Betrag, der jedes Jahr um 1200.- steigt.

Die ersten zwei Spalten zeigen die Zahlen die Banken und Versicherungen dem Kunden zeigen. Dazu rechnen sie noch die Zinsen was die 24000.- dem entsprechend erhöht.

In der dritten Spalte sehen wir den Faktor mit dem die jährliche Zuzahlung inklusive Kaufkraftverlust berechnet wird. Immer minus 2% gegenüber dem Vorjahr.

In der vierten Spalte sehen wir den realen bereinigten Betrag der jährlich dazu kommt.

In der fünften Spalte den bereinigten angesparten Betrag.

Wir sehen, dass nur durch den Kaufkraftverlust der Raten rund 4500.- verschwinden.

 

Da nun aber auch unser angespartes Vermögen jedes Jahr 2% an Kaufkraft verliert, sieht es noch etwas bitterer aus.

In der letzten Spalte seht Ihr das angesparte Vermögen mit dem eingerechneten Kaufkraftverlust.

Wir sehen auch, dass dadurch insgesamt 8111.- weg sind.

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Rein auf die Inflation bezogen macht es demnach wenig Sinn langlaufende Sparverträge abzuschließen.

 

Sehen wir uns jetzt einmal an, was geschieht, wenn wir Zinsen dazu rechnen.

Als erstes stellen wir fest, dass die Zinsen nur die letzte Spalte beeinflussen können, da die Raten weiterhin der Inflation unterliegen.

Angenommen im Vertrag sind 2% Zinsen versprochen, bedeutet das, dass Ihr trotzdem nur auf das Niveau der real einbezahlten Raten kommt 19440.-.

Sind es weniger Zinsen wird der reale Betrag irgendwo zwischen 15889.- und 19440.- liegen.

Sind die Zinsen höher, was bei neueren Verträgen nach 2008 unwahrscheinlich ist, würdet Ihr irgendwo zwischen 19440.- und 24000.- zum stehen kommen.

 

In diesem Beispiel habe ich die Zinseszins Effekte nicht berücksichtigt, denn diese Effekte funktionieren ja in beide Richtungen.

Will heißen:

Wenn Ihr jährlich 2% Zinsen generiert, werden diese 2% im nächsten Jahr wieder mit 2% verzinst, da die 2% vom Vorjahr Eurem Guthaben zugerechnet werden.

Als Beispiel: Ihr habt 100.- und verdient im ersten Jahr 2%, dann bedeutet das, dass der neue Betrag 102.- ist und die Zinsen im zweiten Jahr 2% von 102.- ausgehen.

Nur, wenn Ihr im Vorjahr von 100.- die 2% weg rechnet, so wird der neue Betrag 98.- sein und von diesen 98.- werden im nächsten Jahr wieder 2% weg gerechnet.

Es ist also ersichtlich, dass diese Zinseszinsen in beide Richtungen funktionieren.

 

Was können wir aus diesem Beispiel mitnehmen.

 

In einem Währungssystem das auf der jährlichen Entwertung der Kaufkraft basiert, sollte man sich sehr genau überlegen ob es Sinn macht langlaufende Sparverträge abzuschließen.

Gegenüber den garantierten Auszahlungen der Versicherungen und Banken darf man ruhig skeptisch sein, denn diese Zahlen berücksichtigen den Kaufkraftverlust nicht.

Ein weiterer Grund der zu denken geben sollte, ist die Tatsache, dass der Euro, seit seiner Einführung vor rund 20 Jahren, bereits mehr als 30% an Kaufkraft verloren hat und das sind die offiziellen Angaben.

 

Was in diesem Zusammenhang auch noch berücksichtigt werden muss, ist die offizielle Inflationsrate, die stimmt nämlich nicht. Die wirkliche Inflationsrate ist mindestens doppelt so hoch.

 

In der nachfolgenden Tabelle ist das ersichtlich:

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Zur Erklärung :

Wenn die Wirtschaftsleistung in einem Jahr um 2% steigt und die Währungsmenge, in unserem Fall der Euro, auch um 2% steigt, so bleiben die Preise stabil und die Inflation ist 0.

Steigt die Währungsmenge mehr als die Wirtschaftsleistung so haben wir Inflation und somit einen Kaufkraftverlust der steigende Preise zur Folge hat.

 

Ich hoffe ich konnte Euch die Zusammenhänge etwas näher bringen. Kritik und Anregungen, wie immer, ausdrücklich erwünscht.

 

In diesem Sinne

 

Tschüss Euch

 

Hier noch zwei Videos zum Thema:

 

Inflation nach Milton Friedman

Zins und Zinseszinsen

 

 

 

 

 

 

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