Berichterstattung und Journalismus

Berichterstattung und Journalismus

By deZentrale.at | deZentrale.at | 7 Apr 2020


Ich bin gerade am lesen eines Buches „ Generation Doof“ ist der Titel.

Das Buch stammt aus den 0er Jahren und beleuchtet die Generationen X und Y.

Ein Kapitel hat mich dabei zum Nachdenken angeregt, ein Kapitel über Nachrichten und den Journalismus.

Mehr oder weniger gleichzeitig hörte ich im Fernsehen, wie ein Satiriker das selbe Thema in der heutigen Zeit kurz beleuchtete.

 

 

In der heutigen Zeit werden auf allen Kanälen, auf Einigen mehr und auf Anderen weniger, die Situationen der einzelnen Länder während der Coronakrise und deren Schutzmaßnahmen nahezu 24/7 behandelt. Jede Nachrichtensendung ist gefühlt zu 95% mit Coronanews belegt.

Es wird der 25ste Virologe um eine Einschätzung gebeten, Politiker rechtfertigen ihre gesetzten Maßnahmen, Ärzte berichten über ihre Nöte und das nicht vorhanden sein von adäquater Schutzausrüstung. Im weiteren Verlauf werden Mitmenschen auf den Straßen interviewt und um ihre Meinung gebeten. Spätestens danach kommen die ganzen Hilfspakete für die Wirtschaft und die Bevölkerung zur Sprache.

Corona Sondersendungen, Corona Talkshows, Corona breaking News, Corona specials.................

Behandelt werden eigentlich immer die selben Themen und mittlerweile haben sich einige Experten etabliert die senderübergreifend ihre Meinung abgeben.

Ein ganz ähnliches Bild sehen wir in den Zeitungen und auf den Webseiten der diversen öffentlich rechtlichen Sendern.

 

Was auffällt ist, dass nur sehr zögerlich über die Konsequenzen all dieser Maßnahmen gesprochen wird und diese werden doch sehr verharmlost.

Es geht hier nicht darum ob wir in eine Wirtschaftskrise schlittern oder nicht, es geht darum, dass man vielleicht über die diversen Folgen nachdenken muss und auch darüber berichten.

Wie soll die Bevölkerung die gesetzten Schutz- und Hilfsmaßnahmen einschätzen, wenn sie die möglichen Auswirkungen nicht kennt?.

 

Das Problem ist nicht neu und hat sich schleichend verbreitet.

Nehmen wir den Watergate Skandal aus den frühen Siebziger Jahren. Da haben die Journalisten Woodward und Bernstein von der Washington Post, durch Nachforschungen, Beharrlichkeit und Mut einen Abhörskandal aufgedeckt und damit Richard Nixon zum Rücktritt gezwungen.

 

In den 70er, 80er und 90er Jahren deckte Günter Walraff so einige Missstände auf und brachte einige Drahtzieher und Eliten in große Erklärungsnot.

 

In den Nachrichten und Zeitungen wurde Versucht, soweit möglich, alle Aspekte einer Situation zu zeigen um dem Leser oder Zuseher die Möglichkeit zu geben sich eine eigene Meinung zu bilden.

Natürlich war die Auswahl der Fakten auch subjektiv aber man hatte zumindest versucht so objektiv wie möglich zu berichten.

Es wurde auch sehr genau unterschieden was wirklich wichtig ist und was eher nicht. Auch dieses Unterscheiden war sicher subjektiv aber der Jom Kippur Krieg war sicher wichtiger als der Streit zwischen Tina und Ike Turner.

 

Und Heute?

 

Den investigativen Journalismus gibt es noch, doch schafft er es nur noch selten in die Nachrichten oder Zeitungen. Die Nachrichten berichten einseitig und präsentieren oft vorgefertigte Meinungen und zeigen sehr selten das ganze Bild einer Situation. Mögliche Konsequenzen der handelnden Personen oder Institutionen werden oft zur Gänze ausgeblendet. Politiker die ganz offensichtlich unfähig sind werden befördert und niemand regt sich darüber auf. Zu Nixons Zeiten wären sie zum Rücktritt gezwungen worden auch weil die Bevölkerung die Umstände besser einordnen konnte.

Die Heirat von Frau Klum und Herr Kaulitz ist Heute mindestens so wichtig wie die Flüchtlingssituation im Mittelmeer.

 

Im Eingangs erwähnten Buch wird dieser Umstand auf die Bildung der Generationen X und Y zurückgeführt. Ob dem wirklich so ist kann und will ich nicht beurteilen. Es wird argumentiert, dass man eine gewisse Allgemeinbildung braucht um objektive und umfassende Informationen einordnen zu können. Diese Allgemeinbildung scheint aber zu fehlen, daher werden vorgefertigte Meinungen bevorzugt und man hat immer noch das Gefühl gut informiert zu sein.

 

Wenn Heute Trump, Bolsonaro, Johnson und noch ein paar andere Hohlköpfe ihre Aussagen innerhalb von wenigen Tagen von „ Corona ist nur eine harmlose Grippe“ in „ wir sind im Krieg gegen das Virus“ ändern, stört das nur die Wenigsten. Diese Richtungswechsel offenbaren allerdings die völlige Unfähigkeit dieser Damen und Herren und trotzdem zieht es keine Konsequenzen nach sich.

 

Es mag an der schieren Menge der Nachrichten liegen die nahezu im Minutentakt auf uns herein stürmen und die Bewertung der Meldungen erheblich erschwert. Nur waren früher einmal Zeitungen und Nachrichten genau dazu da. Erstens das filtern und feststellen der Relevanz und Zweitens das möglichst objektive Aufbereiten der einzelnen Nachrichten.

Auch hier ist klar, dass weder das Filtern noch das Aufbereiten ganz objektiv stattgefunden hat, es wurde aber zumindest versucht.

 

Ich bin wirklich sehr gespannt wie die Nachrichten und Zeitungen berichten, wenn die Coronakrise vorbei ist und plötzlich Alle feststellen, dass wir in eine Wirtschaftskrise schlittern die sich gewaschen hat.

 

In diesem Sinne

Tschüss Euch

 

 

 

 

 

 

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