Bail out, Helikopter Geld und weitere Maßnahmen der Notenbanken und Staaten.
Ich habe vor zwei Tagen ein Video gepostet mit mehren Themenfeldern.
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Gold & Kryptos: warum sie fielen
Zinskurven: jetzt wird es richtig eng
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What ever it takes: Meine Meinung und Thema dieses Artikels
Ich möchte in diesem Artikel auf die Maßnahmen der Notenbanken eingehen und die Situation der „Ein Personen Unternehmen“ ( EPU) beleuchten. Bezogen auf die Situation in Österreich, wobei es in anderen EU Ländern ähnlich aussehen dürfte.
Um zu verstehen, was Heute passiert müssen wir zuerst in die Vergangenheit schauen.
Fangen wir beim Zinsniveau vor der letzten Krise an. Damals hat eine Spareinlage mit einer Bindung bis zu einem Jahr noch 3-4% an Zinsen generiert. Nach der Dotcom Blase Anfang der 2000er Jahre sind die Zinsen zwar auch wesentlich niedriger geworden, haben sich aber ab Herbst 2005 wieder langsam dem Niveau der 90er Jahre angepasst.
Auf die Zinsen bezogen, könnte man von einer nachhaltigen Stabilisierung der Wirtschaft sprechen und die Dotcom Krise war überwunden. So nachhaltig es eben in einem Fiatwährungssystem möglich ist.
Seit der letzten Krise haben die Sparzinsen nicht einmal annähernd die Niveaus vor der Krise erreicht und liegen seit 2015 irgendwo im 0,xx % Bereich. Das brachte die EPUs in Bedrängnis. Ich habe das selber mitgemacht und mache noch immer mit.
Ein großes Problem in Österreich für EPUs ist die Sozialversicherung. Dabei geht es jetzt nicht darum ob die Sozialversicherung sinnvoll ist oder nicht, sondern um die Datenerfassung.
Die Sozialversicherung bezieht sich auf die Daten vom Finanzamt und errechnet, ausgehend vom Gewinn, die Versicherungsbeiträge. Das Problem liegt in der Dauer vom Erfassen der Daten bis zur effektiven Veranlagung.
Da können gut und gerne 1,5 Jahre ins Land ziehen bis die effektiven Abgaben feststehen. Da die Sozialversicherung mit rund 27% des Gewinns zu Buche schlägt ergeben sich daraus, je nach Gewinn, ganz ordentliche Beträge. Diese Beträge müssen/ sollten nun für rund 1,5 Jahre bei Seite gelegt werden und nach Möglichkeit nicht weniger werden. Und genau da beginnen die Probleme, schon nur durch Bankgebühren schmilzt der Betrag dahin, wenn wir die angestrebte Inflation von 2% p.A. noch dazu rechnen wird es noch übler und Zinserträge sind leider Fehlanzeige.
Wenn ein EPU auf der sicheren Seite sein will, so muss es vom generierten Umsatz 50% , in Worten:“ Fünfzig Prozent“, zur Seite legen um Steuern und Sozialversicherung stressfrei bezahlen zu können. Den meisten EPUs und auch vielen Kleinunternehmen ist das schon kaum möglich, geschweige denn, dass sie sich Rücklagen für die aktuelle Situation ansparen könnten. So müssen und meiner Meinung nach sollen, diese Unternehmen gestützt werden. Wobei ich da von Zahlungserleichterungen und Stundung von Steuer- und Sozialversicherungsprämien spreche, damit die Unternehmen Luft zum Atmen haben. Doch dadurch tritt ein weiteres Problem zu Tage, solche Stundungen und Zahlungserleichterungen verschieben das Problem nur in die Zukunft. Die Sozialversicherung sowie die Steuern werden irgend wann bezahlt werden.
Soviel zur Lage der EPUs und Kleinunternehmer.
Sowohl in den Vereinigten Staaten wie auch in Europa wurde die Devise „ what ever it takes“ aus gegeben.
Egal wie viel Geld gedruckt werden muss, wir werden es tun. Wobei anzumerken ist, WIR bedeutet der Steuerzahler.
Seit nunmehr mehreren Jahren wird uns suggeriert, dass die Wirtschaft stabil ist, das die Banken besser da stehen als je zuvor und überhaupt alles ganz toll sei.
Das wirft in der heutigen Situation natürlich einige Fragen auf:
Warum ist es EPUs und Kleinunternehmer eigentlich nicht möglich für 2 bis 3 Monate Reserven aufzubauen falls durch äußere Einflüsse die Umsätze einbrechen?
Wie kann es sein, das ganze Industriezweige durch Staaten und Notenbanken gestützt werden müssen?
Wie kann es sein, dass Banken, siehe Italien, staatlich subventioniert werden müssen?
Wie am Anfang des Artikels erwähnt, haben sich die Sparzinsen nach der Dotcom Krise wieder auf das Niveaus vor der Krise erhöht, was, zumindest oberflächlich, eine Überwindung der Krise signalisiert. Wenn man vom Sparzins ausgeht, muss man leider sagen, dass die letzte Krise nicht einmal annähernd überwunden ist und die ganze Wirtschaft nur aufgrund des billigen Geldes seitens der EZB solange überlebt hat.
Dieses extrem niedrige Zinsniveau hat dafür die Sparer, EPU und die Kleinunternehmer in eine sehr missliche Lage gebracht, da es ihnen nicht möglich war/ ist Rücklagen zu generieren. Eine weitere Verschärfung der Situation sehen wir auf politischer Seite. Wie kann es sein, dass Kleinunternehmer und EPUs rund sechs Monate nur für Steuern und Sozialversicherung arbeiten müssen ( bezogen auf Österreich) . Das ist eine Abgabenlast die, schlicht und ergreifend, ein absoluter Wahnsinn ist.
Durch das anstehende Stützen ganzer Industriezweige, wir reden hier von rund 870 Milliarden Euro, durch Anleihen- und Aktienkäufe seitens der EZB werden erneut völlig falsche Anreize gesetzt. Durch das billige Geld der letzten Jahre haben sich viele Unternehmen mehr verschuldet als wirtschaftlich eigentlich tragbar wäre. Genau diese Firmen, die schon länger am Abgrund stehen, werden jetzt durch den Steuerzahler gestützt. Dadurch wird ein großer Teil der Firmen animiert auch in Zukunft nichts zu ändern, da ja der Steuerzahler einspringen wird. Gleichzeitig werden aber somit Unternehmen bestraft die bemüht sind wirtschaftlich zu arbeiten und auf gesunden Füßen stehen. Auch deren Steuern werden zum stützen dieser Zombieunternehmen verwendet, welche 10- 15% aller Unternehmen in Europa ausmachen.
Wenn diese Zombies kippen gehen die Banken gleich mit und die 870 Milliarden werden bei weitem nicht ausreichen.Was bis jetzt für die Banken galt, nämlich das der Steuerzahler einspringt, gilt nun für die gesamte Wirtschaft.
Diese völlig falschen Anreize werden uns noch gehörig um die Ohren fliegen. Hier wird versucht Feuer mit Benzin zu löschen.
Die eigentliche Katastrophe liegt aber in der Tatsache, dass genau diese Institutionen die das ganze Drama verursacht haben, nämlich die EZB und die Staaten, von der Allgemeinheit als Retter gesehen und in keinster Weise zur Verantwortung gezogen werden.
Ein weiterer Effekt auf den wir uns freuen dürfen, wird das stillschweigende Einführen von neuen Gesetzen und Regelungen sein die unsere Freiheit weiter einengen. Als Beispiel sei hier nur die Abschaffung des Bargeldes genannt. Da das Bargeld ja so fürchterlich schmutzig ist, was es de facto ist, ist es viel zu gefährlich es weiterhin zu verwenden. Es ist mir allerdings nicht bekannt, dass das Bargeld schmutziger geworden ist seit Covid 19.
Ich bin mir sicher da werden noch einige andere Einschränkungen kommen und wenn der Deckmantel von AML und Terrorfinanzierung nicht mehr als Begründung reicht, wird halt Covid 19 einspringen.
Eine weitere Aktion die in der Vereinigten Staaten offensichtlich bereits beschlossen wurde ist das Helikoptergeld. Jeder Bürger erhält einen Scheck über 1000.- $ zur freien Verfügung. Über Kurz oder Lang werden wir so etwas auch in Europa sehen, nur begreift die Allgemeinheit nicht was das bedeutet.
Wohlstand hat nichts mit der Höhe der Zahl auf dem Konto zu tun, sondern mit der Menge der Produkte und Dienstleistungen die wir uns damit leisten können.
Bis jetzt hat die Inflation noch nicht wirklich auf die Realwirtschaft durchgeschlagen. 75- 80% sind in die Finanzwirtschaft und den Immobilienmarkt geflossen und haben dort die Aktienkurse ansteigen lassen und die Immobilienpreise und somit die Mieten steigen lassen. Der tägliche Einkauf war noch nicht so schlimm betroffen.
Doch mit Helikoptergeld wird die künstliche Währungserweiterung und somit die Inflation direkt in der Realwirtschaft ankommen.
Einige wenige werden das Helikoptergeld nehmen und umgehend aus dem Fiatwährungssystem heraus nehmen und in Edelmetalle und Kryptowährungen investieren, alle Anderen werden es für Einkäufe und ähnliches verwenden müssen und sich nach einiger Zeit wundern warum alle Preise gestiegen sind. Wenn es ganz blöd läuft, schlittern wir durch solche Aktionen in naher Zukunft in eine Hyperinflation und mit dem geschenkten Geld können wir uns vielleicht noch einen Laib Brot kaufen. Durch das Helikoptergeld wird nur sehr kurzfristig wirkliche Hilfe suggeriert, sobald die Inflation durchschlägt werden wir uns wünschen das Helikoptergeld hätte es nie gegeben.
Die, die das Geld umgehend aus dem Währungssystem genommen haben werden sich ins Fäustchen lachen, denn die Edelmetalle und die Kryptowährungen dürften durch die Decke gehen.
So, dass war meine persönliche Meinung dazu. Bitte schreibt mir Eure Meinungen in die Kommentare damit aus diesem Artikel ein Mehrwert für alle Leser entsteht.
In diesem Sinne
Tschüss Euch